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Erst nannte sie mich Freund, dann nannte sie mich Brüderchen und gab mir somit das Gefühl, ihr etwas zu bedeuten.
Ich fing an, mich mit ihr zu beschäftigen und mich um sie zu kümmern, wozu nicht allzuviele Leute ernsthaft bereit zu sein schienen.
Als ich länger wegging, war sie neben meiner Mutter die einzige Person, die weinte…
Als ich wiederkam, sagte sie mir oft, wie sehr sie mich gernhatte…
Erst hatten wir nur Spaß, dann wollte ich ihr nur helfen…
dabei entwickelte ich Gefühle…
Ich war verwirrt und verwirrte sie… sie war verwirrt und verwirrte mich…
Das was ich ihr vermitteln wollte wurde vermischt mit Themen, die ich ohne diese Gefühle nie angeschnitten hätte.
Aber gegen die Gefühle konnte ich nichts mehr machen und ausgesucht habe ich sie mir auch nicht.
Dafür lag sie mir nun aber noch mehr am Herzen, was meine motivation, ihr zu helfen steigerte, sogar dahingehend, dass ich versuchte, Gefühle, auf die ich schon so lange gewartet hatte, zu ignorieren, damit ich sie nicht mehr verwirrte…
Das Ende der Geschichte (bis heute), ist, dass in ihr ein Gefühlsmischmasch herrscht, dass sie allein sein möchte und ich ihr somit nur helfen kann, indem ich sie in Ruhe ihre Gedanken und Gefühle sortieren lasse…
Betrachtet man meine ursprüngliche Absicht ist mein Vorhaben größtenteils gescheitert, da ich Gefühle entwickelt habe.
Aber ist es nicht normal, dass, wenn man sich länger mit einem liebenswerten Menschen auseinandersetzt, man diesen auch zu lieben lernt? Das Problem ist nur die Irrationalität der Gefühle, die mit raschem Tempo den eigentlichen Plan durcheinanderbringen kann, die Entscheidungsfreiheit verwischt und den Geist mit Bedürfnissen und Wünschen ganz anderer Art umnebelt, das eigene Ich und die eigenen Bedürfnisse als wichtig darstellt und nichts von allem einfacher macht, jedoch die Möglichkeit, verletzt zu werden, auf beiden Seiten extrem erhöht…
Das letzte Wort war demnach, dass wir uns trennen müssen (obwohl wir nie richtig “zusammen waren”), dass wir uns in Ruhe lassen sollten, auch wenns schmerzt. Dass sie sich ihrer Gefühle klar werden muss und ich, um Schmerzen zu verhindern, Abstand suchen sollte…
Ich will ihr noch soviel sagen, soviel zeigen, aber ich befürchte, es ist momentan nicht der richtige Zeitpunkt… Man kann Menschen nichts aufzwingen, keine Weisheit und keine Liebe…
Man kann Menschen nur den Weg zeigen, Entscheiden und gehen müssen sie alleine…
Ich kann nur warten… wie immer…